Entlassung aus dem Krankenhaus – was Angehörige jetzt vorbereiten sollten

Die Nachricht, dass ein Angehöriger nach einem Krankenhausaufenthalt wieder nach Hause darf, ist zunächst einmal etwas Schönes. Gleichzeitig tauchen oft viele Fragen auf – besonders dann, wenn die Person noch nicht so mobil oder selbstständig ist wie vor dem Krankenhausaufenthalt.
Kommt sie alleine aus dem Bett? Schafft sie den Weg zur Toilette? Ist das Badezimmer sicher genug? Braucht sie einen Rollstuhl, ein Pflegebett oder andere Hilfsmittel?
Vieles davon lässt sich bereits vor der Entlassung in Ruhe überlegen und vorbereiten. Und keine Sorge: Man muss nicht sofort wissen, welches Hilfsmittel das richtige ist. Viel wichtiger ist zunächst die Frage, was der Angehörige zu Hause bereits wieder selbstständig kann – und wobei Unterstützung benötigt wird.
1. Was kann die Person bereits wieder selbstständig?
Kann die Person selbstständig aufstehen?
Kann sie einige Schritte gehen?
Kann sie alleine zur Toilette?
Kann sie sicher sitzen?
Kann sie sich im Bett selbst drehen?
Besteht Sturzgefahr?
Ist Unterstützung beim Umsetzen nötig?
Gerade nach einem längeren Krankenhausaufenthalt können Kraft und Gleichgewicht noch eingeschränkt sein. Dinge, die vorher selbstverständlich waren, funktionieren vielleicht vorübergehend nicht mehr so gut.
Hilfreich ist deshalb, schon vor der Entlassung mit dem behandelnden Team im Krankenhaus zu besprechen, was Ihr Angehöriger bereits alleine schafft und wobei zu Hause Unterstützung notwendig sein wird.
Erst dann sollte man überlegen, welche Hilfsmittel den Alltag tatsächlich erleichtern können.
2. Wo und wie wird zu Hause geschlafen?
Ein Punkt, der gerne unterschätzt wird, ist das Bett.
Ein niedriges oder sehr weiches Bett kann das Aufstehen nach einer Operation, Erkrankung oder einem längeren Krankenhausaufenthalt deutlich erschweren. Auch für Angehörige oder Pflegepersonen kann die Unterstützung an einem normalen Bett körperlich anstrengend sein.
Je nach Situation kann ein höhenverstellbares Pflegebett eine große Erleichterung sein. Es lässt sich so einstellen, dass das Aufstehen leichter fällt und die Pflege in einer angenehmeren Arbeitshöhe möglich ist.
Wird das Pflegebett nur für einige Wochen oder Monate benötigt, kann auch eine Mietlösung sinnvoll sein.
Tipp: Nicht jedes normale Bett muss sofort aus dem Schlafzimmer verschwinden.
Mehr Informationen dazu finden Sie in unserem Beitrag: „Pflegebett mieten oder kaufen – welche Lösung ist die richtige?“
3. Ist der Weg zur Toilette sicher?
Der Toilettengang ist ein sehr persönliches Thema – und gleichzeitig einer der wichtigsten Punkte, wenn jemand nach dem Krankenhaus wieder nach Hause kommt.
Schauen Sie sich den Weg zur Toilette einmal ganz bewusst an: Gibt es Stufen oder Türschwellen?
Ist der Weg nachts ausreichend beleuchtet?
Kann sich die Person auf der Toilette selbstständig hinsetzen und wieder aufstehen?
Eine niedrige Toilette kann beispielsweise nach einer Hüftoperation oder bei eingeschränkter Kraft schnell zum Problem werden.
Eine Toilettensitzerhöhung oder stabile Haltemöglichkeiten können das Hinsetzen und Aufstehen erleichtern.
Ist der Weg ins Badezimmer noch zu weit oder besonders nachts unsicher, kann vorübergehend auch ein Toilettenstuhl in der Nähe des Bettes eine praktische Lösung sein.
Diesen könnten Sie mit einem Verordnungsschein vom Hausarzt kostenlos oder mit einem geringen Selbstbehalt zur Verfügung gestellt bekommen.
Sollten Sie schon im Voraus einen Toilettenstuhl besorgt haben, können Sie den Verordnungsschein mit der Rechnung bei der Krankenkassa einreichen und erhalten eine anteilige Kostenrückerstattung.
"Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Hilfsmittel einzusetzen. Oft reicht bereits eine kleine Veränderung, um wieder ein gutes Stück Selbstständigkeit zu ermöglichen."
4. Aufstehen und Umsetzen – wie viel Unterstützung wird benötigt?
Vom Bett in den Sessel, vom Rollstuhl zur Toilette oder einfach nur vom Sitzen wieder zum Stehen: Solche Bewegungen können nach einem Krankenhausaufenthalt plötzlich schwierig werden.
Wichtig ist dabei auch, dass Angehörige ihre eigene körperliche Belastung nicht unterschätzen. Einen Menschen regelmäßig mit eigener Kraft hochzuheben oder umzusetzen, kann für beide Seiten unsicher sein.
Je nachdem, wie viel Kraft und Eigenbewegung noch vorhanden sind, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten zur Unterstützung. Manchmal reicht bereits die richtige Betthöhe oder eine Aufstehhilfe.
In anderen Situationen kann ein Aufstehlifter oder Patientenlifter sinnvoll sein.
Welches Hilfsmittel passt, hängt sehr stark davon ab, wie gut die betroffene Person noch mithelfen kann.
Mehr dazu erklären wir ausführlich in unserem Beitrag „Patientenlifter oder Aufstehlifter – welche Lösung ist die richtige?“
5. Wie bewegt sich die Person in der Wohnung?
Auch wenn Ihr Angehöriger bereits wieder einige Schritte gehen kann, können längere Wege noch anstrengend sein.
Je nach Mobilität können Gehstützen, Rollator oder Rollstuhl vorübergehend Sicherheit geben und dabei helfen, wieder möglichst selbstständig am Alltag teilzunehmen.
Dabei sollte nicht nur das Hilfsmittel selbst betrachtet werden, sondern auch die Wohnung.
Sind die Türen breit genug? Gibt es Türschwellen? Liegen Teppiche im Weg? Gibt es zwischen Schlafzimmer und Badezimmer Stufen? Ist neben dem Bett ausreichend Platz?
Gerade Teppiche, lose Kabel oder kleine Möbelstücke können für einen noch unsicheren Menschen schnell zur Stolperfalle werden. Manchmal lässt sich mit wenigen Handgriffen schon viel verbessern.
Bei einem Rollstuhl sollte außerdem darauf geachtet werden, dass Sitzbreite und Ausstattung zur Person passen. Einen Rollstuhl und/oder Leibstuhl erhalten Sie ebenfalls mit einem Verordnungsschein vom Hausarzt von der Krankenkassa kostenlos oder zu einem geringen Selbstbehalt.
Sollten Sie schon im Voraus einen Rollstuhl und/oder Leibstuhl besorgt haben, können Sie den Verordnungsschein mit der Rechnung bei der Krankenkassa einreichen und erhalten eine anteilige Kostenrückerstattung.
6. Badezimmer und Dusche vor der Heimkehr überprüfen
Das Badezimmer gehört zu den Bereichen, die vor der Entlassung unbedingt angesehen werden sollten.
Kann Ihr Angehöriger sicher in die Dusche steigen?
Muss er beim Duschen längere Zeit stehen?
Gibt es etwas, woran er sich beim Hinsetzen oder Aufstehen festhalten kann?
Ist der Boden rutschig?
Ein Duschhocker oder Duschstuhl kann beispielsweise helfen, wenn längeres Stehen noch zu anstrengend ist.
Haltegriffe geben zusätzlichen Halt. Je nach Badezimmer gibt es außerdem Lösungen für Badewanne und Toilette.
Welche Hilfe sinnvoll ist, hängt immer von der vorhandenen Beweglichkeit und natürlich auch von den räumlichen Gegebenheiten ab.
Mehr dazu finden Sie in unserem Beitrag „Hilfsmittel fürs Badezimmer – mehr Sicherheit und Selbstständigkeit im Alltag“.
7. Denken Sie auch an die Nacht
Tagsüber funktioniert vieles oft besser als gedacht.
In der Nacht sieht die Situation manchmal ganz anders aus.
Müdigkeit, Dunkelheit und der schnelle Gang zur Toilette können das Sturzrisiko erhöhen.
Besonders wenn jemand nach einem Krankenhausaufenthalt noch unsicher auf den Beinen ist, sollte deshalb auch die Nacht mitgedacht werden.
Ist der Weg zur Toilette gut beleuchtet?
Stehen Möbel oder andere Hindernisse im Weg?
Kann die Person Hilfe rufen, wenn sie alleine nicht aufstehen kann?
Je nach Situation können ein Toilettenstuhl in Bettnähe, ein Patientenruf oder eine Sensormatte zusätzliche Sicherheit geben.
Auch dazu haben wir einen eigenen Beitrag zusammengestellt: „Wenn die Nacht zur Herausforderung wird – mehr Sicherheit für Pflegebedürftige und Angehörige“.
8. Was sollte vor der Entlassung bereits organisiert sein?
Man muss nicht das ganze Zuhause umbauen. Aber einige Dinge sollten geklärt sein, bevor der Angehörige wieder nach Hause kommt.
Unsere kleine Checkliste für Angehörige:
☐ Ist ein geeigneter Schlafplatz vorbereitet?
☐ Kann die Person sicher aus dem Bett aufstehen?
☐ Ist der Weg durch die Wohnung frei von Stolperfallen?
☐ Sind Toilette, Dusche und Badezimmer sicher erreichbar?
☐ Sind benötigte Hilfsmittel bereits zu Hause?
☐ Ist geklärt, wer in den ersten Tagen unterstützt?
☐ Sind Medikamente, Verordnungen und notwendige Unterlagen vorhanden?
☐ Wurde bei Bedarf eine mobile Pflege oder andere Unterstützung organisiert?
☐ Sind wichtige Telefonnummern griffbereit?
Am besten gehen Sie diese Punkte bereits einige Tage vor der geplanten Entlassung durch. So bleibt noch genügend Zeit, fehlende Hilfsmittel oder Unterstützung zu organisieren.
Sie müssen nicht schon vorher wissen, was Sie brauchen
Gerade vor einer Krankenhausentlassung hören wir von Angehörigen häufig: „Wir wissen gar nicht, was wir jetzt alles brauchen.“
Und das ist völlig verständlich.
Sie müssen nicht wissen, welches Pflegebett, welcher Rollstuhl oder welche Aufstehhilfe die richtige ist. Erzählen Sie uns einfach, wie die Situation aussieht:
Kann Ihr Angehöriger bereits alleine aufstehen?
Ist Gehen möglich?
Wird beim Umsetzen Hilfe benötigt?
Wie sieht das Zuhause aus?
Gemeinsam schauen wir, welche Hilfsmittel sinnvoll sind – und auch, was Sie vielleicht gar nicht brauchen.
Viele Pflegehilfsmittel können bei uns gekauft oder für einen bestimmten Zeitraum gemietet werden. Wir liefern in der Steiermark, bauen größere Hilfsmittel wie Pflegebetten oder Patientenlifter vor Ort auf und erklären Ihnen in Ruhe die Handhabung.
Denn wenn ein Angehöriger nach Hause kommt, gibt es ohnehin schon genug zu organisieren.
Bei den passenden Hilfsmitteln unterstützen wir Sie gerne persönlich.
Bei uns stehen nicht die Produkte im Mittelpunkt, sondern die Menschen, die sie brauchen.
Wie Nestelberger Krankenpflege Sie unterstützen kann:
Jede Beratung beginnt mit einem offenen Ohr und einem persönlichen Gespräch. Wir möchten Ihre Situation verstehen, bevor wir Empfehlungen aussprechen – individuell, ehrlich und ohne Zeitdruck.
Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen und begleiten Sie mit Fachwissen, Erfahrung und Menschlichkeit. Gemeinsam finden wir Lösungen, die Ihren Alltag erleichtern und zu Ihren persönlichen Bedürfnissen passen.
Wir freuen uns auf Sie!

Für die Pflege Ihrer Liebsten…
Wir nehmen uns Zeit für Sie. Besuchen Sie uns in Tobelbad, rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns, wir finden gemeinsam die beste Lösung für Ihre Situation.
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